Über mich: 20 Dinge dank Blogstöckchen

20 Dinge über mich

Julia hat mir ein Blogstöckchen zugeworfen: Über mich sollte man diese 20 Dinge wissen. Ich weiß zwar nicht, ob man die folgenden Dinge wirklich wissen muss, aber vielleicht ergeben sich daraus ja mal ganz spannende Gespräche. 😉

  1. Ich bin gnadenlos optimistisch. Egal, was kommt, ich bin fest davon überzeugt: Alles wird gut. 🙂
  2. Ich wollte schon immer nach Amerika: Als Kind habe ich mir Worte ausgedacht und gesagt, ich singe/spreche Amerikanisch. Damals waren wir noch DDR und ich wusste nicht, dass die Amerikaner ja der Klassenfeind waren – und was ich tat durchaus hätte Ärger bringen können. Als ich neun war, fiel – Gott sei Dank – die Mauer. Mit 12 konnte ich alle US-Bundesstaaten und deren Hauptstädte auswendig. (Siehe auch Punkt 6.)
  3. Ich war ein riesiger Akte-X-Fan. Ich habe einmal von meinem Taschengeld drei verschiedene Programmzeitschriften gekauft, weil sie Mulder und Scully auf dem Titel hatten.  An meinem 14. Geburtstag habe ich herausgefunden, dass ich am gleichen Tag Geburtstag habe wie David Duchovny. Ich weiß nicht mehr, welche Geschenke ich bekommen habe, aber das weiß ich noch. 😉
  4. Als ich mit 17 das erste Mal in Vancouver war, fand ich es da so schön, dass ich am liebsten da geblieben wäre. Ich habe den ganzen Rückflug lang geheult – weil ich mich so sehr in diese Stadt verliebt hatte und dachte, ich komme da nie wieder hin. Ein Jahr später waren wir wieder da. 😉
  5. Nach dem Abi war ich ein Jahr in den USA. Ich habe bei einer großartigen Gastfamilie in Huntington Beach (Surf-Mekka, etwa eine Stunde südlich von L.A.) gelebt und bin im Nachbarort auf ein Community College gegangen.
  6. Ich war während meines Austauschjahres zwar kein einziges Mal surfen. Dafür bin ich einmal pro Woche mit dem Fahrrad zum Strand gefahren. Ich hatte meinen eigenen kleinen weißen Pick-up-Truck, mit dem ich durchs Land gecruist und im Wochentakt nach Los Angeles gefahren bin, um auf Konzerte, ins Kino oder ins Disneyland zu gehen. Und weil ich Journalistin werden wollte, habe ich als Kamerakind bei einem öffentlichen Lokalsender mitgearbeitet.
  7. Meinen Gasteltern zuliebe bin ich übrigens (fast) jeden Sonntag mit in Crystal Cathedral zum Gottesdienst gegangen, sonntagabends zur Bible Study mit Gleichaltrigen und mittwochs in eine kleine Gemeindekirche um die Ecke, um Tacos zu essen. Ich bin nicht religiös erzogen und habe lange gedacht, dass etwas mit mir vielleicht nicht stimmt, weil ich nicht an Gott glaube. Deshalb wollte ich es gerne versuchen. Die Bible Study war toll, weil ich so viele junge Amerikaner kennengelernt habe. Der schönste Moment in der Kirche war dann aber doch, als einmal Michail Gorbatschow zu Gast war und von seinen Erfahrungen während der Wende und dem Zusammenbruch der Sowjetunion erzählte. Da hatte ich Tränen in den Augen.
  8. Nach dem Austauschjahr habe ich beschlossen, Amerikanistik im Hauptfach zu studieren. Ich wollte ja immer Journalistin werden, aber ich hatte keine Lust auf die Aufnahmeprüfung und fand beim Tag der offenen Tür die meisten anderen Journalistik-Anwärter auch nicht so sympathisch. Also habe ich Journalistik nur im Nebenfach studiert und Amerikanistik im Hauptfach. Diese Entscheidung habe ich keinen Moment bereut. Nicht einmal bei meiner Magisterarbeit! (Die mich ansonsten ganz schön mitgenommen hat.)
  9. Meine Magisterarbeit habe ich über den Fall Valerie Plame geschrieben. Da wollte ich dann auch schon keine Journalistin mehr werden. 😉
  10. Manchmal kommt man nur über Umwege ans Ziel. Und die stellen sich dann als der einzig richtige Weg heraus: Nach der Uni wollte ich unbedingt nach Berlin. Gelandet bin ich in Darmstadt. Danach wollte ich wieder unbedingt nach Berlin – und bin in die Schweiz gegangen. Dann habe ich meinen Mann getroffen und heute in Köln sehr glücklich. (Ein bisschen möchte ich aber immer noch nach Berlin. 😉 )
  11. Mein erster Job hat mich gefunden: Ich habe noch auf meine Abschlussnote für die Magisterarbeit gewartet, als ich eine XING-Nachricht bekam, ob ich mich nicht in einer Agentur als Online-Redakteur bewerben möchte. Ich habe die Bewerbung an einem Freitag abgeschickt. Am Montag hatte ich das Vorstellungsgespräch. Am Donnerstag hatte ich meinen ersten Probearbeitstag.
  12. Ich habe die Zusage von CAMAO direkt nach dem Vorstellungsgespräch bekommen. Als ich aus dem Büro raus bin, um zurück nach Leipzig zu fahren, musste ich anfangen zu weinen. Und habe drei Tage lang nicht aufgehört. Heute glaube ich, dass es eine Mischung aus viel Freude, Erleichterung und etwas Angst war. Ich bin dann fast vier Jahre bei CAMAO geblieben und habe in Darmstadt die tollsten Menschen überhaupt kennengelernt.
  13. Trotzdem hatte ich in Darmstadt zum ersten Mal Heimweh – und habe mich lange auf den Tag gefreut, an dem ich mit gepackten Sachen die Stadt verlasse.
  14. Mit 28 habe ich mir meinen ersten Reisetraum erfüllt: Wir waren früher oft in Südtirol im Wanderurlaub. Dort gibt es den Meraner Höhenweg. Den wollte ich immer schon einmal komplett wandern. Das habe ich dann 2009 getan. Ich war sechs Tage lang unterwegs und wollte wissen, wo meine Grenzen liegen. Wie viel halte ich aus? Oder gebe ich auf, wenn ich kein richtiges Bett, kein Fernsehen oder all den anderen Luxus habe? Schon am zweiten Tag bin ich weiter gewandert, als ich geplant hatte und habe abends in einer kleinen Pension übernachtet. – Schon da empfand ich den Mini-Fernseher im Zimmer und die eigene Dusche mit richtig heißem Wasser als absoluten Luxus. Meine Grenze habe ich trotzdem nicht gefunden. Als ich den Höhenweg einmal komplett umrundet hatte, wäre ich am liebsten gleich noch einmal losgewandert.
  15. Mit 30 habe ich mir meinen zweiten Reisetraum erfüllt: Mit meiner Schwester bin ich drei Monate lang ca. 21.000 Kilometer durch die USA gereist und habe Seiten an und in diesem Land entdeckt, die ich noch nicht kannte. Am beeindruckendsten waren die Landschaften – von den großen Nationalparks zu den Orten, an denen vermutlich nur einmal im Jahr ein Tourist vorbeikommt. Sogar ich Hobbyfotograf habe hunderte beeindruckender Fotos gemacht. Und ich habe noch einmal so viel über amerikanische Geschichte und die amerikanische Mentalität gelernt.
  16. Ich habe mich lange gefragt, warum ich Klatsch und Tratsch immer als Letzte erfahre – bis mir irgendwann klar wurde, dass mir einfach niemand etwas erzählt, weil ich es nicht weitererzähle. Geheimnisse sind bei mir immer gut aufgehoben. 😉
  17. Ich habe mich lange geweigert, ein Smartphone zu haben. Als ich dann ein dienstliches iPhone bekam, hat es mir gleich am ersten Tag viel Zeit gespart. Seitdem möchte ich es nicht mehr missen.
  18. Mit elf kam mir der Gedanke, dass ich etwas sammeln sollte. Irgendwie sammelte damals jeder etwas. Also dachte ich: Ich sammle jetzt auch etwas. Weil in meinem Schrank drei Elefantenfiguren standen, beschloss ich: Elefanten – die sammle ich jetzt. Als ich mit 18 oder 19 zum letzten Mal versucht habe, alle meine Elefanten zu zählen, habe ich bei 230 aufgegeben.
  19. Wenn ich etwas mache, mache ich es ganz oder gar nicht. 😉
  20. Ich mag es deshalb auch nicht, wenn Menschen sich nicht festlegen können oder wollen und sich möglichst alle Optionen offenhalten wollen.

So, jetzt wisst Ihr Bescheid. Und wie es sich für so ein Blogstöckchen gehört, gebe ich es weiter: Stefan wollte es gerne auffangen und bekommt es deshalb zugeworfen. Ich weiß nur noch nicht so recht, an wen. Ich werfe es also erst einmal in die Luft. Wer es zuerst fangen möchte, kann gerne hier kommentieren oder mich auf Twitter (@katjazwitschert) anstupsen. Wenn bis nächste Woche niemand das Stöckchen auffängt, gehe ich noch einmal in mich und überlege mir, von wem ich denn gerne zwanzig Dinge wissen möchte. 😉

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One thought on “20 Dinge über mich

  1. Hach (übrigens ein Wort, dass ich hier vermisse), sehr schöner Beitrag! Vor allem, weil mir noch die ein oder andere Geschichte aus CAMAO-Zeiten bekannt ist 🙂 Ich würde das Stöckchen gerne fangen!

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