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Kontaktanfragen für die Tonne: Die Top-3-Kandidaten

Vielleicht ist es heute zu einfach, LinkedIn Kontaktanfragen zu verschicken: Ein Klick und das System verschickt eine Nachricht. Auch bei XING meist mit einem allgemeinen, nichtssagenden Text: „Ich möchte Sie zu meinem beruflichen Netzwerk hinzufügen.“

Klar, wenn wir uns kennen, z. B. von einem gemeinsamen Projekt oder von Veranstaltungen, dann nehme ich auch eine generische Kontaktanfrage an. Oft genug kommen aber allgemeine Anfragen von Nutzern, die mir noch nie über den Weg gelaufen sind. Ich glaube, einen Gefallen tut sich damit niemand. Ich z. B. frage mich dann jedes Mal: Warum?

Dennoch nehme ich mir einen Moment Zeit und schaue mir das Profil an. Vielleicht entdecke ich, dass wir an der gleichen Uni waren, oder eine andere Verbindung. Wenn ich keine Parallelen finde, nehme ich mir einen weiteren Moment. Ich antworte höflich, mit Stefans Textbaustein, ergänzt mit der Erklärung: „Mir ist leider nicht bewusst, dass wir uns kennen. Sollten Sie einen guten Grund für Ihre Kontaktanfrage haben, dann verraten Sie mir diesen doch bitte.“

Viele reagieren darauf nicht. Ich lehne die Kontaktanfrage dann nach ein paar Tagen ab. Andere wollen dann jedoch um jeden Preis beweisen, warum sie nicht mein Kontakt werden wollen. Dies sind meine drei „Top“-Antworten der letzten Wochen. (Den Text habe ich abgewandelt, so dass keine Rückschlüsse auf die Person möglich sind.)

Dreiste Antworten auf LinkedIn Kontaktanfragen

1. Der Verpeilte

Seine Anfrage hatte ich nach einigen Tagen ohne Antwort abgelehnt. Dann antwortete er doch noch: „Vielen Dank, dass Sie meinen Kontakt bestätigt haben. Vielleicht ergeben sich in Zukunft gemeinsame Projekte. Ich arbeite im Straßenbau und verkaufe Bagger, wo sehr gute Margen möglich sind. Wenn sich von Ihren Kontakten jemand dafür interessiert, melden Sie sich.“

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Was an dieser Antwort nicht stimmt?

Ich weiß sofort, dass diese Person weder meine Nachricht richtig gelesen noch sich mein Profil angeschaut hat. Ansonsten wüsste sie, dass ich die Anfrage nicht angenommen und mit Straßenbau genauso viel am Hut habe wie mein Netzwerk: Nichts.

Der Nutzer hat auch bewiesen, dass er an mir nur als potentiellem Kunden interessiert ist. Allerdings hat er es auch hier versäumt, einmal zu schauen, ob ich überhaupt seine Zielgruppe bin. Besser kann man sein Desinteresse an einem tatsächlichen Kontakt nicht signalisieren.

2. Die Schnippische

Die schnippische Antwort gefiel mir besonders gut: „Ich bin erstaunt und Ihr Ton gefällt mir überhaupt nicht. Ich kontaktiere doch niemanden, der mir irgendwann über den Weg gelaufen ist. Ich stelle nur Anfragen, wenn ich mir das Profil angesehen habe. Der Grund hat sich natürlich erledigt.“

Den Grund kenne ich immer noch nicht, aber jetzt will sie auch nicht mehr mit mir spielen vernetzt sein. Oh, wie furchtbar, soll ich jetzt wohl denken. Jemanden zu beleidigen, schafft übrigens auch eine tolle Basis für eine Beziehung – egal ob persönlich oder professionell. 😉

3. Der Unwissende

Der Unwissende schickt mir einen Link – ohne weitere Informationen, was sich dahinter verbirgt oder warum der Link für mich interessant ist. Ich lehne die Anfrage also mit dem Hinweis an, dass ich auf Werbung keine Lust habe. Daraufhin darf ich lesen, wie schlecht die Welt doch geworden sei und dass er mir die Anfrage ja nur geschickt habe, weil LinkedIn mein Profil vorgeschlagen hätte.

Das passiert, wenn man ein Werkzeug benutzt und nicht weiß, wie. Und wenn einem wichtiger ist, die eigene Botschaft rauszuschleudern, als sich mit anderen zu vernetzen und auszutauschen.

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Es könnte so einfach sein …

Wer eine Anfrage verschickt, will in der Regel etwas vom anderen – das sollte man sich stets vor Augen führen. Dabei ist es gar nicht so schwer. Zumindest wenn man erstens seine Kontakte sorgfältig auswählt (z. B. weil es gemeinsame Interessen und Projekte oder eine persönliche Verbindung gibt), anstatt einfach nur wahllos Kontakte zu sammeln. Dann kann und sollte man sich zweitens auch mehr Zeit bei der Anfrage nehmen – z. B. für einen persönlichen Text. 🙂 Denn eine Kontaktanfrage ist drittens erfolgreicher, wenn sich das Gegenüber wertgeschätzt fühlt (z. B. weil man sich die Zeit für eine freundlich formulierte Kontaktanfrage genommen hat.)

Wer hingegen unfreundlich wird, schießt sich selbst ins Bein. Mit jemandem, der mich bereits angreift, weil ich eine Rückfrage stelle, oder der mir eindrucksvoll beweist, wie egal ich und meine Arbeit ihm eigentlich sind, will ich weder beruflich noch privat vernetzt sein.

Oder bin ich da zu zimperlich? Wie handhabt Ihr solche Kontaktanfragen und -antworten?

PS: Natürlich vernetze ich mich gerne mit Euch (z. B. auf LinkedIn oder XING) … Ihr kennt das: Gerne mit einer persönlichen Nachricht. 😉 Und ansonsten kann mir natürlich jeder auch ganz ohne Kontaktanfrage auf Twitter folgen. 😉

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11 thoughts on “Kontaktanfragen für die Tonne: Die Top-3-Kandidaten

  1. Ich bekomme immer wieder Anfragen von Leuten, die in einer Gruppe mit mir sind. So ein “weil wir beide in Gruppe xy sind…”. Das reicht mir nicht aus, ich möchte nur mit Leuten verbunden sein, mit denen ich auch etwas verbinde. Entweder, weil ich sie kenne (wie z.B. dich :-)) oder es Geschäftspartner sind oder dergleichen mehr.

  2. Hi Katja!
    Ja, du hast recht. Punkt.
    Aber. Ich nehme mir meist die Zeit einfach nicht mehr, auch wenn die Textbausteine gut sind. Mich nerven diese Anfragen einfach nur noch und daher nehme ich mir wirklich absolut keine Zeit mehr. Ja, ich schaue auch drauf und gucke, ob ich nicht verpeilt war und jemanden einfach nur nicht wieder erkenne. Aber zu 95% trifft das nicht zu. Gut fühlen tue ich mich damit nicht, aber hey, wenn man mir was per Post zuschickt, dann schicke ich es auch nicht mehr zurück….
    Aber ich bleibe dabei: Ja, du hast recht ;-).

    Viele Grüße,

    Maik

  3. Nur noch mit Text! Ansonsten Handhabe ich das genauso. Nachfrage, denn oft kommt dann eine Antwort wie “Sorry, hab den Text vergessen.” Oft werden das sehr erfreuliche Kontakte, die halt nur schusselig starteten.
    Umgekehrt gibt’s auch. Tolles Intro und danach die Verkäufermasche. Dann lieber nette Schussel.

  4. Servus!
    Ja, diese Erfahrungen mach ich immer wieder. Ich hab’s ein wenig anders in meinem letzten Blogartikel thematisiert. Ich find’s spannend, das anscheinend auch diese Art der Kontaktaufnahme von manchen Referenten vorgeschlagen wird. Da hab ich halt ein ganz anderes Verständnis zum Netzwerken.

    Gerne verlinken ich deinen Blogbeitrag auch bei meinem: http://blog.visionhochdrei.de/2013/05/von-schnecken-und-zarten-pflanzchen-und-was-das-alles-mit-netzwerken-zu-tun-hat/

    Liebe Grüße
    Beate

  5. Schön war auch die Anfrage:

    “über eine verXINGung mit Ihnen wäre ich sehr erfreut vlt. ergeben sich ja gemeinsame Ansätze in Bezug auf Webinare. ps. Darf ich Ihnen ein Portal empfehlen ? …”

  6. Da man bei Xing als nicht zahlendes Mitglied anderen nur antworten kann wenn man vernetzt ist, reagiere ich auf Anfragen von Unbekannten einfach nicht und lehne sie ab. Nerven einfach nur.

  7. Ganz genau richtig. Niemand muss sich wundern, dass aus seinen “XING-Kontakten keine Geschäfte geworden sind”, wenn er zuvor wahllos Kontakte gesammelt hat ;-). Noch eine Anekdote:
    Gut sind auch die Anfragen, in denen sich noch Bausteine befinden. Denn [hier Name eingeben] ist immer begeistert, wenn man [hier Begründung für die Kontaktanfrage eingeben].
    :-).

  8. Och Katja, warum bist du denn jetzt so?
    So ein Bagger kann doch was feines sein!

    Interessant bei dem Thema Xing ist allerdings, dass sich nirgends wirklich gute best practice Beispiel für eine gute Kontaktaufnahme finden lassen. Aber warum? Ist das Netzwerk dank Xi Butler etc. wirklich schon so down?

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