Google+ und die Gewohnheit

gpluscamp - natürlich mit Google+ Profil

Meine Beziehung zu Google+ ist geprägt von einer Mischung aus Desinteresse und Unverständnis. Dachte ich jedenfalls, bis ich im April auf dem gpluscamp in Essen war und dort viele spannende Einblicke in Google+ bekommen habe. So viele, dass ich ganz beschwingt mit folgendem Vorsatz nach Hause gefahren bin: Ab jetzt nutze ich viel mehr Google+. Hier kommt mein gpluscamp Rückblick.

Damit war ich nicht allein, wenn man sich die Rückblicke aufs gpluscamp anschaut. Das ist nun drei Monate her. Seitdem habe ich zwar den ein oder anderen Link auf Google+ gepostet, aber im Vergleich zu Facebook und Twitter verbringe ich immer noch keine Zeit auf Google+. Ich glaube, sogar Pinterest nutze ich intensiver. Dabei ist mir völlig klar, dass Google+ viele spannende Features bietet. Und dass es in Deutschland nach Facebook sogar die Nr. 2 der sozialen Netzwerke ist (laut comscore-Ranking vom April 2013). Woran also liegt es, dass ich Google+ nicht nutze?

Inspiriert zurück: mein gpluscamp Rückblick

Während des gpluscamps war ich zunächst froh, dass ich mit meinen Fragen zu Google+ und seinen Funktionen nicht allein war. Und auch mein Eindruck, dass Google+ vor allem für technische Themen und die entsprechenden Zielgruppen funktioniert, hat sich auf dem gpluscamp mehrfach bestätigt.

Auch wenn mein Start ins gpluscamp etwas entspannter hätte verlaufen können, waren es zwei Tage, die sich sehr gelohnt haben. Ich bekam große Lust auf Google+, Hangouts on air, die Communities … und mit dem Google+ Buch von Björn Tantau, das ich bei einer Verlosung während des Camps gewonnen habe, schien ich ja auch bestens gewappnet.

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Aus Gewohnheit nicht Google+

Genutzt habe ich Google+ nach dem BarCamp zwar etwas intensiver. Inzwischen bin ich aber wieder bei meiner sporadischen Nutzung angekommen.

Daran ist wahrscheinlich einfach die Gewohnheit Schuld. Facebook und Twitter sind schon lange fester Bestandteil meines Tages. Ich nutze sie ganz selbstverständlich – Facebook vor allem für Freunde, Twitter als Newsfeed für alles, das wichtig ist.

Bei Google+ entdecke ich nur selten etwas, das mich wirklich interessiert. Oder, dass ich nicht schon andernorts gelesen habe. Vielleicht, weil andere Nutzer auf Google+ aktiv sind (welche sich für andere Themen interessieren als ich). Oder Nutzer, denen ich z. B. auch auf Twitter folge, Google+ für andere Themen nutzen (die mich weniger interessieren).

Bisher hat mir auch stets die Muße gefehlt, einmal ganz gezielt nach Usern zu suchen, die (in meinen Augen) spannende Beiträge posten und teilen. Aber warum sollte ich auch? Auf Twitter habe ich solche Leute ja bereits en masse gefunden.

Hinzu kommt, dass auch Facebook mit Verbesserungen bisher nie lange auf sich hat warten lassen, wenn Google+ erst einmal vorgelegt hatte. (Kurz nach dem Start von Google+ vor zwei Jahren wurde ja auch die Listenfunktion auf Facebook erheblich vereinfacht.)

Lustigerweise ging es mir schon kurz nach dem Start von Google+ so. Seitdem hat sich auf Google+ viel getan, aber es ist immer noch ein Laden, in dem ich nicht das finde, was ich suche, während ich mit Facebook und Twitter meine zwei Stammkneipen habe, in denen mir das Essen schmeckt und ich mit allen anderen Gästen und meinen Freunden eine gute Zeit habe.

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Zur Stammkundschaft von Google+ gehöre ich bisher nicht. Allerdings passieren dort weit spannendere Dinge als an anderen Orten im Netz, so dass ich mich auch auf eine Fortsetzung des gpluscamps freue. Und natürlich auf Eure Kommentare und Empfehlungen zu Google+: Wie nutzt Ihr das Netzwerk? Und welche Accounts und Seiten könnt Ihr empfehlen?

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