Korrektur lesen hilft

Bitte lesen. Korrektur lesen.

Wir alle machen Fehler beim Schreiben – manchmal absichtlich, manchmal, weil wir es nicht besser wissen, doch meistens, weil wir uns beeilen und Fehler übersehen. Wie ich darauf komme? Ich habe vor Kurzem dieses Bild auf Facebook gesehen: „Keep clam and proofread“ steht darauf. Ich brauchte einen Moment, bis ich den Fehler entdeckt habe. Korrektur lesen hilft.

Passend fand ich es vor allem deshalb, weil ich kurz zuvor einen Blogpost gelesen hatte mit einigen Fehlern drin. Als Leser ärgert es mich, wenn Texte schlampig recherchiert, nicht durchdacht oder schlecht geschrieben sind. Es ärgert mich aber viel mehr, wenn Texte auch noch schlecht redigiert sind. Oder gar nicht. Sie strotzen vor Buchstabendrehern, Tippfehlern und falscher Rechtschreibung. Von falsch gesetzten Kommas ganz zu schweigen. Liest denn niemand mehr Korrektur?

Und wenn ein Autor, Redakteur oder Blogger schon auf die Form so wenig Wert legt, frage ich mich: Wie ist es wohl um die inhaltliche Sorgfalt bestellt?

Ich verlange ja gar keinen Perfektionismus und selbst in hervorragend lektorierte Texte schleicht sich ab und an ein Fehler. Geschenkt. Doch wenn in einem Blogpost mit 300 Wörtern fünf Fehler stecken, finde ich das leidig und überflüssig. Den Text einmal Korrektur zu lesen oder wenigstens durch die Autokorrektur zu jagen, um die gröbsten Fehler auszumerzen – die Zeit kann man sich schon nehmen. Auch bei einem kurzen Beitrag. Erst recht bei einem kurzen Beitrag!

Und wer sich z. B. bei der Kommasetzung nicht sicher ist, kann aus einem verschachtelten Satz leicht zwei einfache Sätze machen.

Beispiel?

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Manchmal ist man bei der Kommasetzung unsicher. Dann kann man aus einem verschachtelten Satz leicht zwei einfache Sätze machen.

Ein paar Minuten. Länger braucht es bei einem normalen Beitrag gar nicht. Ich feile z. B. oft so lange an einem Text, dass ich vor lauter Buchstaben den Inhalt (und damit auch Vertipper oder Copy-und-Paste-Fehler) nicht mehr sehe. Wenn ich mit einem Text fertig bin, lasse ich ihn deshalb ein paar Minuten liegen. Oder ich bitte jemanden, ihn einmal Korrektur zu lesen. Mit etwas Abstand finde ich beim erneuten Lesen oft noch Fehler. Und zwar die offensichtlichen: Felher statt Fehler. Ihc statt ich. Hattee statt hatte. 😉

Lange dauert das nie. So viel Zeit haben wir doch alle, oder?

In diesem Sinne: Keep clam calm and proofread. Durchatmen und Korrektur lesen. Immer. Als Leser werde ich es Euch danken. 🙂


Edit 1 (24. Juni 2013): Ich danke Stefan Evertz und Thomas Elmig fürs aufmerksame Lesen und ihre Korrekturen. 😉

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