Leben in der Schweiz

Die Schweiz und ich

Seit Dezember 2011, also seit fast anderthalb Jahren, wohne und arbeite ich in der Schweiz. Doch meine Tage hier sind gezählt. Und an meinem letzten Arbeitstag überkommt mich die Melancholie.

An einige Dinge habe ich mich bis zum Schluss nicht gewöhnt: die Ladenöffnungszeiten, die Waschküche mit Waschplan und die Schweizer Reglementierungslust. (Zumindest die Ostschweizer sind definitiv die besseren Deutschen. 😉 )

Einige Dinge werden mir jedoch gewaltig fehlen, wenn es nächste Woche zurück nach Deutschland geht.

Was mir am Leben in der Schweiz fehlen wird

  • Der Schweizer Käse
    Gruyere, Raclette, Appenzeller, Emmentaler, Klosterkäse, … – ich liebe sie alle. Und langweilig wird der ganze Käse auch nach anderthalb Jahren nicht. Raclettekäse halte ich übrigens für eine Offenbarung. Damit überbacken, wird alles besser. Ausnahmslos. (Danach ist Raclette mit Gouda bestenfalls Fast Food.)
  • Die unkomplizierte Schweizer Bundesbahn und mein Halbtax-Abo
    Ich fahre seit über einem Jahr ständig SBB. In all der Zeit gab es zweimal eine Verspätung und einmal war die Strecke gesperrt. Kleinere Verspätungen von ein paar Minuten holt die SBB auf der Strecke St.Gallen-Zürich übrigens jedesmal auf. Wind und Wetter konnten ihr auch nichts anhaben. Und mit dem Halbtaxabo fährt man in der 1. und 2. Klasse immer für die Hälfte.
  • Die Schweizer Gipfeli
    Und damit meine ich jetzt nicht die Berge, obwohl es schon etwas Erhabenes hat, wenn man in der Ferne die schneebedeckten Alpen sieht. Morgens aus dem Fenster zu blicken und vor mir die Berge im Appenzeller Land zu sehen und an klaren Tagen sogar den Säntis, der majestetisch in der Ferne thront – das entlockt mit immer wieder ein kleines Hach. Aber ich meine eigentlich die Frühstücksgipfeli, andernorts bekannt als Croissants. Ich habe zwar noch nie ein Croissant in Frankreich gegessen, aber besser als die Buttergipfeli hier können die unmöglich sein. Und dank institutionalisiertem Znüni (morgens halb zehn in der Schweiz 😉 ) habe ich sehr viele Gipfeli vernascht.
  • Migros und coop
    Die Schweizer sind stolz auf ihre Nation und vor allem auf ihre Produkte. Ich mag deshalb sehr, dass die Migros (spricht man übrigens: Migroh) und Coop (spricht man kohp), die zwei größten Supermarktketten hier in der Ostschweiz, vorwiegend Schweizer Produkte und Erzeugnisse aus der Region führen. Lebensmittel sind hier zwar viel teurer als in Deutschland, aber dafür schmecken sie auch viel besser.
  • Schwizerdütsch
    Ich kann es bis heute nicht sprechen, aber ich höre es inzwischen sehr gerne, das Schwizerdütsch. Mit seinen kleinen -lis am Ende bringt es mich so oft zum Schmunzeln: das Bänkli, das Tischli, das Gipfeli, die Guetzli, … und das sind die verständlichen Wörter. Schwizerdütsch kann auch ganz anders aussehen. Ich mag es inzwischen trotzdem sehr.
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All das wird mir schon etwas fehlen, aber ich freue mich natürlich darauf, zurück nach Deutschland zu kommen. Aus Gründen. 😉

PS: Man kann sich nun übrigens noch bis zum 5. Mai für meine bisherige Stelle an der Universität St.Gallen bewerben. Es warten viele spannende Aufgaben – und die Schweiz ist definitiv ein kleines, aber lohnenswertes Abenteuer. 😉

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